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Klassenmusizieren mit Streichinstrumenten

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1. Konzeption 

Die Konzeption des Klassenmusizierens mit Streichinstrumenten richtet sich nach der Rolland-Methode. Dazu bietet die Musikakademie Wiesbaden eine Fortbildung an, die eine Kollegin der Albert-Wagner-Schule als Multiplikatorin 2008 besuchte. 

Das Konzept wird in Deutschland schon seit vielen Jahren in verschiedenen Schulformen durchgeführt. Die Kolleginnen und Kollegen, die es praktizieren, berichten in der Regel von Schülerinnen und Schülern, die Spaß an der Musik gewinnen und motiviert ein Instrument erlernen. Der Spaß an der Musik kommt mit dem regelmäßigen Üben, wenn die Schüler merken, dass sich etwas entwickelt; etwas, was man vorher nicht konnte, gelingt plötzlich. An dieser Stelle haben die Eltern eine ganz wichtige Funktion: sie müssen immer wieder zum Üben anhalten. 

Gestartet wird mit dem 5. Schuljahr der Hauptschule. Das Projekt ist auf zwei Jahre angelegt, danach besteht die Möglichkeit im Wahlpflichtunterricht am Schulorchester teilzunehmen. Die erworbenen Fähigkeiten können im Orchester weiter gefestigt und angewendet werden. 

Die Klasse hat zwei (besser drei) Stunden Musikunterricht mit Streichinstrumenten in der Woche. Die Klasse wird dabei von zwei Musiklehrern betreut. Ein Musiklehrer leitet die Stunde, der andere sorgt dafür, dass Haltung und Bewegungsablauf verbessert werden. 

Die Schülerinnen und Schüler bekommen das Instrument mit nach Hause, damit sie die besprochenen Aufgaben üben können. Große Instrumente wie Violoncello sollten doppelt vorhanden sein, damit sie nicht transportiert werden müssen (Unfallgefahr, Belastung der Eltern minimieren).

 

1.1. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung des Klassenmusizierens 

Es gibt diverse Untersuchungen zum Klassenmusizieren und dessen Auswirkungen. Hier sei das Forschungsprojekt des Limburger Prof. Hans Günther Bastian genannt, der in Berlin eine Langzeitstudie bei Sechs- bis Zwölfjährigen machte. Eine Zusammenfassung seiner Ergebnisse ist in seinem Buch „Kinder optimal fördern - mit Musik”(Bastian, H. G., Schott, 2001) zu finden:  

„Musizierende Kinder und Jugendliche  - verbessern ihr Sozialverhalten

                                                 - erhöhen ihren IQ-Wert

                                             - erbringen gute schulische Leistungen

                                         - kompensieren Konzentrationsschwächen

                                          - u.a.m.”

 

1.2. Warum Klassenmusizieren in der Hauptschule

Die Albert-Wagner-Schule (AWS) ist seit 2005 an dem Projekt „Musikalische Grundschule” des hessischen Kultusministeriums und der Bertelsmannstiftung beteiligt und seit  2007 zertifiziert. Alle oben genannten Komponenten sind durch den Schwerpunkt Musik schon ab Klasse 1 Ziel unseres Unterrichts. So ist es sinnvoll, die angebahnten musikalischen Fähigkeiten auch in der Hauptschule weiter auszubauen und zu fördern.  

Seit dem Schuljahr 2010/2011 wird das Projekt vom Land Hessen als Form der „Kooperation  Musikschule – allgemeinbildende Schule“ gefördert. Die Musikschullehrerstunden werden für drei Jahre vom Land übernommen.  

Als besonders positiv wurde das Projekt auch bei der Schulinspektion gewürdigt. Der soziale Aspekt des gemeinsamen Musizieren wurde hervorgehoben. Die Klasse kann sich im Orchester – und soll sich im Orchester – als Gemeinschaft empfinden lernen, die an einem Ziel arbeitet. Das Hören aufeinander ist eine wichtige Übung, um ein Musikstück gemeinsam aufführen zu können.  

Der gemeinsame Auftritt bei Schulfesten wie dem Adventsmarkt gibt Gelegenheit sich dem Lampenfieber zu stellen, sich einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Es sind erste Schritte, die auch für die Abschlussprüfung in der Hauptschule oder dem freiwilligen 10. Schuljahr (Realschulprüfung) von Bedeutung sind. 

Es ist wichtig, dass gerade die Hauptschüler mit dem Instrumentalspiel bekannt gemacht werden, da das Elternhaus in der Regel die positiven Auswirkungen des Erlernens eines Instrumentes nicht kennt und deshalb nicht fördert. Auch die finanzielle Belastung spielt bei den Eltern der Hauptschüler eine Rolle. Während des Projekts kommen auf die Eltern keine verpflichtenden Kosten zu. Haben die Schülerinnen und Schüler erst einmal ein Instrument spielen gelernt, können sie die Musik wertschätzen und sind motiviert ihre Fähigkeiten zu verbessern. An unserer Schule besteht die Möglichkeit, privaten Instrumentalunterricht über die Musikschule als Einzel- oder Gruppenunterricht zusätzlich zu erhalten. Die Musiklehrer der Musikschule Oberlahn kommen an die Albert-Wagner-Schule und unterrichten im Anschluss an den regulären Unterricht.

 

1.3. Warum Streichinstrumente? 

Die Wahl der Streichinstrumente hat mehrere Gründe: 

1. Die Schülerinnen und Schüler haben die Streichinstrumente bei Schulaufführungen und im Unterricht schon oft gesehen und ihren Klang als angenehm kennen gelernt.  

2. Die Instrumente Violine und Viola werden von Kollegen der Albert-Wagner-Schule beherrscht. Der Unterricht kann von eigenen Kollegen übernommen werden, die Musikschule muss nicht zwingend eingebunden werden.  

3. Die Streichinstrumente können im Klassenunterricht gleichzeitig erlernt werden (Rolland-Methode), weil der Bewegungsablauf sehr ähnlich ist.

Bläserklassen haben Registerunterricht, d. h. es müssen mindestens noch 3 Kollegen von der Musikschule bezahlt werden, das verursacht laufende Kosten. 

4. Das erste halbe Jahr spielen die Schülerinnen und Schüler auf leeren Saiten, lernen Notenwerte, Rhythmen, Notennamen und die Bewegungsabläufe kennen. Das Klangergebnis bei Streicherklassen ist laut Berichten von Lehrern, die Streicher- und Bläserklassen kennen, in dieser Zeit sehr gut und dadurch sehr motivierend für die Schülerinnen und Schüler. 

5. Die Streichinstrumente sind Orchesterinstrumente, die oft gebraucht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schüler oder eine Schülerin schon vor dem 5. Schuljahr das Instrument erlernt hat, ist sehr gering. Somit haben alle die gleichen Startchancen. Wer ein Streichinstrument spielen kann, hat ein Hobby, mit dem er auch als Erwachsener in verschiedenen Ensembles mitspielen kann.

Beispiele aus der Region: Brecher..., Orchestervereinigung Limburg, Diezer Instrumentalensemble, Salonorchester Elz

 

2. Kosten

 Die Instrumente für zwei Jahrgänge sind bereits durch Spenden finanziert worden. Regelmäßig fallen Kosten für Verschleißmaterialien und Reparaturen an, um die Funktionsfähigkeit zu erhalten. Um diese Kosten zu finanzieren, sind wir auf Spenden angewiesen, da wir unserem Prinzip treu sein möchten, dass alle Schülerinnen in den Genuss der musikalischen Förderung kommen sollen.

 

3. Sie möchten uns unterstützen. Wie finden Sie sich in diesem Konzept wieder?

 - Sie sind musikalisch und haben die Musik als etwas sehr Bereicherndes in Ihrem Leben erfahren dürfen?

- Sie sind sozial engagiert und möchten benachteiligten Menschen eine Chance eröffnen?

- Das Wohl junger Menschen - unsere Zukunft - liegt Ihnen am Herzen?

- Sie wollen sich für die Bildung, insbesondere die kulturelle Bildung, einsetzen?

- Sie möchten, dass es auch in Zukunft viele Menschen gibt, die sich kulturell interessieren?

- Sie möchten Werbung machen für Ihren Betrieb (Erwähnung auf Konzertprogrammen bei

  Aufführungen)?

 

4. Spenden 

Spenden können an den Förderverein der Albert-Wagner-Schule geleistet werden. Es sollte der Verwendungszweck „Streicherklasse“ angegeben werden. Das Konto ist bei der Kreissparkasse Weilburg, Kontonummer: 115 000 176, Bankleitzahl: 511 519 19

 Wir bedanken uns im Namen unserer Schüler für Ihre Unterstützung!

 

 

                          

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