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1. Konzeption
Die Konzeption
des Klassenmusizierens mit Streichinstrumenten richtet sich nach der
Rolland-Methode. Dazu bietet die Musikakademie Wiesbaden eine
Fortbildung an, die eine Kollegin der Albert-Wagner-Schule als
Multiplikatorin besucht hat.
Das Konzept wird
in Deutschland schon seit etwa 10 Jahren in verschiedenen
Schulformen angewendet. Die Kolleginnen und Kollegen, die es
praktizieren, berichten in der Regel von Schülerinnen und Schülern,
die Spaß an der Musik gewinnen und motiviert ein Instrument
erlernen.
Gestartet wurde
mit dem 5. Schuljahr der Hauptschule. Das Projekt ist jeweils für
zwei Jahre angelegt (5. und 6. Schuljahr), danach soll sich ein
Schulorchester im Wahlpflichtunterrichtsbereich anschließen, so dass
die erworbenen Fähigkeiten im Ensemble weiter gefestigt und
angewendet werden können.
Die Klasse hat
zwei (besser drei) Stunden Musikunterricht mit Streichinstrumenten
in der Woche. Die Klasse wird dabei von zwei Musiklehrerinnen
betreut. Eine Musiklehrerin leitet die Stunde, die andere sorgt
dafür, dass Haltung und Bewegungsablauf verbessert werden.
Die Schülerinnen
und Schüler bekommen das Instrument mit nach Hause, damit sie die
besprochenen Aufgaben üben können. Große Instrumente wie Violoncello
und Kontrabass sollten doppelt vorhanden sein, damit sie nicht
transportiert werden müssen (Unfallgefahr, Belastung der Eltern).
1.1. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirkung
des Klassenmusizierens
Es gibt
diverse Untersuchungen zum Klassenmusizieren und dessen
Auswirkungen. Hier sei das Forschungsprojekt des Limburger Prof.
Hans Günther Bastian genannt, der in Berlin eine Langzeitstudie
bei Sechs- bis Zwölfjährigen machte. Eine Zusammenfassung seiner
Ergebnisse ist in seinem Buch „Kinder optimal fördern - mit
Musik”(Bastian, H. G., Schott, 2001) zu finden:
„Musizierende Kinder und Jugendliche
- verbessern ihr Sozialverhalten
- erhöhen ihren IQ-Wert
- erbringen gute schulische Leistungen
- kompensieren Konzentrationsschwächen
- u.a.m.”
1.2. Warum Klassenmusizieren in Grund- und
Hauptschule?
Die
Albert-Wagner-Schule (AWS) ist seit 2005 an dem Projekt
„Musikalische Grundschule” des hessischen Kultusministeriums und
der Bertelsmannstiftung beteiligt und seit 2007 zertifiziert.
Alle oben genannten Komponenten sind durch den Schwerpunkt Musik
schon ab Klasse 1 Ziel unseres Unterrichts. So ist es sinnvoll,
die angebahnten musikalischen Fähigkeiten auch in der
Hauptschule weiter auszubauen und zu fördern.
Es ist
wichtig, dass gerade die Hauptschüler mit dem Instrumentalspiel
bekannt gemacht werden,
da das
Elternhaus in der Regel die positiven Auswirkungen des Erlernens
eines Instrumentes nicht kennt und deshalb nicht fördert. Auch
die finanzielle Belastung spielt bei den Eltern der Hauptschüler
eine Rolle. Haben die Schülerinnen und Schüler erst einmal ein
Instrument spielen gelernt, können sie die Musik wertschätzen
und sind motiviert ihre Fähigkeiten zu verbessern.
1.3. Warum Streichinstrumente?
Die Wahl der
Streichinstrumente hat mehrere Gründe:
1. Die
Schülerinnen und Schüler haben die Streichinstrumente bei
Schulaufführungen und im Unterricht schon oft gesehen und ihren
Klang als angenehm kennen gelernt.
2. Die
Instrumente Violine, Viola und Violoncello werden von Kollegen
der Albert-Wagner-Schule beherrscht. Der Unterricht kann von
eigenen Kollegen übernommen werden, die Musikschule muss nicht
eingebunden werden. Dadurch benötigen wir nur eine
Anschubfinanzierung. Nach ca. 2-4 Jahren trägt sich das Projekt
selbst.
3. Die
Streichinstrumente können im Klassenunterricht gleichzeitig
erlernt werden (Rolland-Methode), weil der Bewegungsablauf sehr
ähnlich ist.Bläserklassen haben Registerunterricht, d. h. es
müssen mindestens noch 3 Kollegen von der Musikschule bezahlt
werden, das verursacht laufende Kosten.
4. Das erste
halbe Jahr spielen die Schülerinnen und Schüler auf leeren
Saiten, lernen Notenwerte, Rhythmen, Notennamen und die
Bewegungsabläufe kennen. Das Klangergebnis bei
Streicherklassen ist laut Berichten von Lehrern, die Streicher-
und Bläserklassen kennen, in dieser Zeit sehr gut und dadurch
sehr motivierend für die Schülerinnen und Schüler. Dies
können wir nach den bisherigen Erfahrungen bestätigen.
4.
Kostenplan
Klassensatz
Instrumente
18.600,- €
10 Notenständer
400,- €
20 Rundstäbe
36,- €
Notenmaterial
2.000,- €
Instrumentenversicherung jährl.
444,- €
____________
Summe ca.
21.480,- €
3. Wie finden Sie sich in diesem Konzept wieder?
- Sie sind
musikalisch und haben die Musik als etwas sehr
Bereicherndes in Ihrem Leben erfahren dürfen?
- Sie sind
sozial engagiert und möchten benachteiligten Menschen eine
Chance eröffnen?
- Das Wohl
junger Menschen - unsere Zukunft - liegt Ihnen am Herzen?
- Sie wollen
sich für die Bildung, insbesondere die kulturelle Bildung,
einsetzen?
- Sie möchten,
dass es auch in Zukunft viele Menschen gibt, die sich
kulturell interessieren?
- Sie möchten
Werbung machen für Ihren Betrieb (Erwähnung auf
Konzertprogrammen bei Aufführungen)?

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